Johannes-Kepler-Grundschule Mannheim

Symptome für Rechenstörungen

Treten folgende Merkmale auffällig gehäuft auf, kann dies (je nach Alter des Kindes) auf das Vorliegen einer besonderen Schwäche im rechnerischen Bereich der schulischen Leistungen hinweisen. Diese Symptome können teilweise jedoch auch bei nicht rechenschwachen Kindern beobachtet werden. Daher ist im Einzelfall eine genauere Diagnostik erforderlich. (Die Merkmale dienen auch der Abfassung des „Zusammenfassenden Berichts“ an die Recheninsel im Lernbereich Mathematik).

Allgemein

  1. Die Rechenleistungen sind sehr unregelmäßig. Basisfakten (z.B. Plusaufgaben bis 10), die kürzlich gelernt wurden, werden schnell wieder vergessen. (Hingegen zeigen die Kinder oft gute Leistungen im Memorieren der 1 x 1 – Reihen gegen Ende der zweiten Klasse.)
  2. Räumliche Beziehungen werden nicht korrekt erfasst und wiedergegeben; sehr häufig wird rechts und links verwechselt.
  3. Bestimmte Ziffern werden oft verwechselt und /oder seitenverkehrt geschrieben (4 und 7, 6 und 9, 2 und 5)
  4. Begriffe wie: mehr/weniger, die Hälfte/das Doppelte, länger/kürzer, etc. werden durcheinander gebracht.

Mengen, Plus, Minus

  1. Selbst kleinere Mengen (z.B. Würfelbilder, Fingerbilder) werden immer wieder abgezählt.
  2. Plus- und Minusaufgaben (selbst im Zahlenraum bis 10) werden zählend gelöst. Ständig findet ein Rückgriff auf Zählmaterial statt (Finger, Plättchen, …). Dabei kommen oft charakteristische Plus- und Minus 1 Fehler vor (4+5=8; 7–3=5).
  3. Rechenoperationen werden bisweilen vertauscht (6–9=3; 32–5=37).
  4. Platzhalteraufgaben bereiten besondere Probleme (2-6=4).
  5. Zusammenhänge zwischen Aufgaben werden nicht hergestellt  (Bsp.: Nach der Berechnung (Auszählung) von 7+8 werden Aufgaben wie 7+9 oder 8+7 erneut ausgezählt). Ebenso werden Analogien nicht erkannt und genutzt (4+5=9, 14+5=?).
  6. Aufgaben/Zerlegungen wie 8+2 werden schnell beantwortet, 2+8 nimmt dagegen viel mehr Zeit in Anspruch.
  7. Beim Berechnen/Auszählen wird die eigentliche Aufgabe vergessen („Wie war nochmal die Aufgabe?“).

Stellenwerte

  1. Zahlen werden des Öfteren nach Gehör falsch geschrieben: „Dreiundvierzig“: 34
    Oder Kinder behelfen sich damit, dass sie die Einer zuerst schreiben.
  2. Zweistellige Zahlen werden beim Rechnen oft „invertiert“: 48+6 = 45, 47+8 = 82 bzw. 28
  3. Stellenwerte werden willkürlich verrechnet: 5+40 = 90, 45+14=86

Größen, Sachaufgaben

  1. Sachaufgaben bereiten große Schwierigkeiten; das „Übersetzen“ einer Aufgabe in eine Rechnung gelingt nicht. Oft wird willkürlich eine Rechenart ausgesucht und die Zahlen damit irgendwie „verrechnet“.
  2. Besonders Zeitangaben werden fehlerhaft behandelt. Die Einordnung der verschiedenen Zeitangaben (Sekunde, Minute, …, Woche Monat) gelingt nicht.

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